Review "Slivering Marrow" by Heavyhardes.de
So, endlich komme ich mal dazu, den Stapel an Demos abzuarbeiten, der sich auf meinem Schreibtisch angesammelt hat. Den Anfang macht dabei eine junge Band
aus der Münchner Gegend: Dead Alone. Ihr Debüt „Slivering Marrow" datiert aufs Frühjahr 2006, ist also schon ein paar Tage erhältlich. Auf diesem Album
haben sich die (damals noch) fünf Musiker einer Mischung aus Dark und Death Metal verschrieben. Eine recht interessante Mischung, recht eigenständig,
abseits des derzeitigen Mainstreams. Ziemlich mutig für ein Debüt, da stellt sich die Frage, ob der Mut auch belohnt wird?
Ich würde mit einem klaren Ja! Antworten, denn die Musik von Dead Alone ist einfach etwas derzeit relativ Ungewöhnliches und weißt damit einen nicht
unbeträchtlichen Wiedererkennungseffekt auf. Man merkt deutlich, dass beim Schreiben der Songs darauf geachtet wurde, dass die Lyrics zu den Stücken
passen. Dadurch schaffen es die Tracks, eine eigene Stimmung zu erzeugen, was auch dazu führt, dass sich die Tracks deutlich voneinander abheben, ohne,
dass die Scheibe deswegen zerfahren oder unzusammenhängend wirkt. Ebenfalls sehr positiv wirken die weiblichen Guest-Vocals auf zwei Stücken, die trotz
ihrer engelsgleichen Leichtigkeit nicht aufgesetzt wirken und gut in die Stücke integriert wirken. An den Instrumenten wird solide Kost geboten, besonderes
Lob geht an Sänger Martin für seine ausdrucksstarken Growls, die Stimme gefällt mir sehr gut. Und gut 44 Minuten Spielzeit sind für ein Erstlingswerk
durchaus beachtlich, da habe ich schon wesentlich geizigere Scheiben in die Finger bekommen.
Natürlich gibt's auch ein wenig zu meckern, alles andere wäre ja auch recht verwunderlich. Ein paar der Breaks wirken ein wenig holprig, die wenigen
cleanen Vocals kommen ein bisschen näselnd rüber und die Produktion der CD ist einem selbst produzierten Debüt zwar angemessen, reißt aber auch keine
Bäume aus. Außerdem sind mir einige der Riffs für diese Art Mucke etwas zu „sägend". Ich mag solche Riffs wirklich, aber sie passen meiner Meinung nach
besser zu Thrash oder reinen Death Metal Combos, bei der hier vorherrschenden Düsternis wären mir persönlich etwas geschliffenere Riffs etwas lieber.
Mein ganzes Genöle soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei „Slivering Marrow" um ein sehr beachtliches Debüt handelt, dass vor allem ob
seiner Eigenständigkeit Lust auf mehr macht. Mal sehen, wie die im Februar nächsten Jahres erscheinende Nachfolgerscheibe „Phobia" klingen wird, ich freue
mich auf jeden Fall schon drauf.
by Hannes
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